VW Bus T 3700 Caravelle Oettinger 6 Zylinder WBX

  • Erstzulassung:25.11.1991
  • Kilometerstand: 110.362 Km
  • Modelljahr:1991
  • Leistung: PS 180/132 kW
  • Getriebe: Automatik
  • Sitze:6
  • Türen:4
  • Auslieferungsland: Deutschland
  • Farbe: Flashsilber-metallic
  • Innenausstattung: Ledervollausstattung schwarz
  • Sonderausstattung: elektr. Sitze hinten, Kopfstützen hinten, Zentralverriegelung, Tempomat, ABS, Kindersicherung, 2. Batterie, Dauerunterbodenschutz, Nebelschlussleuchte, Klimaanlage, elektr. Fensterheber, Scheibenantenne, Sitzheizung  Fahrer & Beifahrer, 85-Liter Tank, zusätzl. Ölkühlanlage, verstärktes Automatik-Getriebe, 4-Scheiben Bremsanlage, Oettinger-Fahrwerk, Oettinger-Radlaufabdeckung, Oettinger-Instrumentierung, Oettinger-Auspuffanlage, Klimaanlage, Oettinger-Lederlenktrad, Nebelscheinwerfersatz, Scheibenfolien getönt im Fahrgastraum, Anhängerkuplung, 16-Zoll Fuchs-Design-Rad
  • vollständige Fahrzeugdokumentation, Neuwagenrechnung über 157.231,92 DM, originaler Fahrzeugbrief mit einem Haltereintrag usw.
  • Preis: EUR 69.500.- MwSt. nicht ausweisbar

Achtung: Absolutes Ausnahmeangebot am Markt und wir begründen Ihnen dieses gerne!

T3, WBX6, Oettinger und Okrasa (Oettinger Kraftfahrtechnische Spezial Anstalt). Wie hängt es zusammen?

1951 baut Dipl.-Ing. Gerhard Oettinger nach dem Vorbild des damaligen Porsche Motors eine SOLEX 32 PBJ-Zweivergaseranlage auf selbst entwickelten Ansaugrohren mit Vorwärmung, die für eine erhöhte Leistung beim Käfer von 36 PS bei fast 4.000 U/min sorgt. 120 km/h sind so mit dem Käfer möglich. Noch im selben Jahr wird der Name OKRASA eingeführt: Oettinger Kraftfahrtechnische Spezial Anstalt.

Wir überspringen 30 sehr erfolgreiche Jahre und landen bei einem der nächsten innovativen Schritte, der Einführung des Wasserboxers WBX zu Beginn der 80er Jahre. Oettinger bediente damals hauptsächlich die Käfer Cabrio Klientel und setzte gerne den wassergekühlten Boxermotor des VW-Busses T3 in das Cabrio ein. Vier Varianten von 1,9 bis 2,3 Liter Hubraum werden angeboten.

Aufgrund seiner technischen Kompetenz und der daraus resultierenden Erfolge und vor allem auch der Nähe zum Volkswagen Werk wurde Oettinger 1984 mit einer ursprünglichen Entwicklung aus dem Hause VW betraut, die von ihm zur Serienreife gebracht wurde. Mit dem Sechszylinder WBX Motor für den VW Bus (T3) mit über 3,2 Litern Hubraum und 165 PS konnte man 180 km/h Spitzengeschwindigkeit mit maximal acht Personen erreichen. Ein absolutes Novum und eine Ausnahmestellung am Markt. Die ersten T3-WBX6 Busse wurden 1986 an die Kunden ausgeliefert, noch im selben Jahr laufen diese Motoren mit 3,7 Liter Hubraum im Versuch. Ab 1987 wird der WBX6 Motor in drei Versionen angeboten: · 3,2 L mit 140 PS · 3,2 L mit 175 PS (Erhöhte Verdichtung mit Automatikgetriebe) · 3,7 L mit 180 PS (3-Wege-Kat und Automatikgetriebe). Die Motorvariante mit 175 PS wird sogar zur Eröffnung der neuen dreigeschossigen Oettinger Zentrale in ein Käfer Cabrio eingesetzt, welches damit die 200 km/h Schallmauer durchbricht.

Wer schon mal in den Genuß kam, einen VW T3 “oettinger” WBX6 mit 3,7 Litern Hubraum und dem für die damalige Zeit sensationellen 305 NM Drehmoment und einer Beschleunigung von 0-100 in 10,5 Sekunden zu erfahren, wird nichts anderes mehr in seinem Bus wollen. Sogar der spanische Monarch Juan Carlos war schlichtweg begeistert und entschied sich nach einer Probefahrt für zwei Exemplare des T3-WBX6. Man munkelt, für ihn wurde von Herrn Oettinger auch das zweite jemals gebaute Käfer Cabrio mit einem WBX6 Motor realisiert. Die Käufer der „oettinger“ Produkte waren und sind Individualisten mit dem Hang zum Understatement und zur Exclusivität. Der T3-WBX6 wurde nur auf ausdrückliche Bestellung und mit handgefertigten Extras nach Kundenwünschen ausgeliefert, also jedes Exemplar ist ein Unikat.

Unser angebotenes Exemplar ist die wohl einmalige Gelegenheit einen original  „oettinger“ T3-WBX6 „Carat“ aus Erstbesitz mit umfassender Dokumentation zu erwerben. Von der Neuwagenbestellung über die Wartungsbelege, bis hin zu den originalen Aufklebern am Fahrzeug, selbst die Ersatzschlüsselkarte ist vorhanden. Die geringe Laufleistung und die Konformität zur H-Zulassung runden dieses Fahrzeug ab.

Aber wie kam man überhaupt in den Besitz eines „oettinger“ T3-WBX 6? Der Neuwagenkäufer, ein Unternehmer aus Stuttgart, bestellte einen handelsüblichen VW T3 (hier in der Top-Ausstattung „Carat“) zum Listenpreis von 72.000 DM. Oettinger baute bis zur Rohkarosse zurück und tauschte Motor, Fahrwerk, Bremsanlage mit vier Scheiben und das Innenleben der Automatik aus. Dieses Paket kostete zusammen mindestens 55.000 DM, eine handgearbeitete Voll-Lederausstattung wie in diesem Exemplar schlug mit üppigen 25.000 DM zu Buche, diverse weitere Extras füllen die Neuwagenbestellung. Letztendlich standen unglaubliche 157.000 DM bei Auslieferung auf der Rechnung, sicherlich hätte man dafür damals auch einen voll ausgestatteten Porsche 911 oder vielleicht sogar ein Einfamilienhaus bekommen.

Bei dem hier angebotenen „oettinger” T3-WBX6 mit Erstzulassung aus Ende November 1991 handelt es sich wahrscheinlich um den letzten vollständig bei Oettinger umgebauten VW T3, da die Firmengruppe „oettinger“ um die Jahreswende 1992 Insolvenz anmelden musste. Die visionäre technische Persönlichkeit des Gerhard Oettinger zeigt sich auch darin, das noch im Jahr 2018 die Firma „Oettinger Sportsystems GmbH“ mit einem umfassenden Technik Angebot auf Spitzenniveau erfolgreich am Markt vorhanden ist. Somit lebt der Gedanke des Herrn Dipl.-Ing. Gerhard Oettinger, der seit 1946 individuelle technische Lösungen anbot, weiter und ermöglicht es auch heute noch Kundendienst- und Serviceleistungen für den WBX6 anzubieten.